Cantabile Konzert 2000

Erstes eigenes Konzert von Cantabile

Der junge Chor Cantabile gab sein erstes eigenes Konzert in der Festhalle Haßmersheim und zeigte einen Ausschnitt seiner musikalischen Bandbreite. Der Artikel ist am 24. März 2000 in der Rhein-Neckar-Zeitung erschienen:

Harmonisches Klangbild des Chores

Erstes Konzert von Cantabile begrüßte den Frühling - Abwechslungsreiches Programm von Klassik bis Pop - Kulturelles Erlebnis

Haßmersheim. (bk) Vor einer vollen Halle konnte der junge gemischte Chor Cantabile aus Haßmersheim sein erstes Konzert präsentieren. Natürlich hatte man sich musikalische Gäste eingeladen und so waren die Musikschule Mosbach mit Keyboardern, Perkussionisten und Streichern vertreten und aus Wössingen war das Akkordeon-Ensemble des HRW in die frühlingshaft geschmückte Festhalle gekommen. Das abwechslungsreiche Programm von Klassik bis Pop war für die gesamte Schiffergemeinde ein kulturelles Erlebnis.

Geprägt vom neuen Stil des jungen Chors war gleich die Einleitung, nur kurz hieß der Vorsitzende Helmut Gacs das Publikum willkommen, die eigentliche Begrüßung übernahmen mit einem eigenen Text musikalisch Claudia Fritsch, Birgit Dietrich, Helmut Gacs und Uwe Zimmermann. Durch das Programm führte die zweite Vorsitzende der Abteilung Cantabile des Männergesangvereins Haßmersheim, Annemarie Harnisch.

Das Orchester II der Musikschule Mosbach unter der Leitung von Wolfgang Schulz eröffnete stilsicher das Konzert mit vier Stücken aus den vier Jahreszeiten von Antonio Vivaldi in einer Bearbeitung von Stefan Taupe. Die jungen Künstler bewiesen eine erstaunliche Reife in ihrer Interpretation dieser Werke.

Danach gab es für Haßmersheim ganz ungewöhnliche Klänge, denn ein Akkordeon-Ensemble kennt man im Elzmündungsraum nicht und die Qualität dieser elf Instrumentalisten hatten die Haßmersheimer bereits vor zwei Jahren beim 100. Bestehen des Odenwaldklubs kenne gelernt, so dass sie bereits über ein eigenes interessiertes Publikum verfügen. Walzer, Marsch, Musical und Pop, mit dieser Bandbreite zeigte das Ensemble des Harmonika Ring Wössingen (HRW) unter der Leitung von Roland Schreiber, dass das Akkordeon nicht nur ein Instrument für die Volksmusik ist, sondern erstaunliche klangliche Möglichkeiten bietet, die kaum einer in diesem traditionellen Instrument vermutet.

Im Mittelpunkt des Abends standen natürlich die Hausherren und -damen. In zwei Blöcken zeigten sie mit ihrem Dirigenten Rupert Laible einen Ausschnitt aus ihrer musikalischen Bandbreite, die sie sich in nun etwas mehr als zwei Jahren erarbeitet haben. Stand am Ende des Konzertes die Musik der Beatles im Vordergrund, so waren es zunächst musikalische Evergreens der 30er-Jahre, mit dem sie ihr Publikum unterhielten. Die größten Erfolge der Comedian Harmonists begannen gleich mit einem schwierigen Satz des Titels „Ich brauche keine Millionen“, der tonsicher bewältigt wurde. Danach wurde der Frühling richtig eingeleitet, „Veronika der Lenz ist da“ hieß das Motto und hier zeigte sich, dass auch in den dreißiger Jahren bereits flotte Musik die Zuhörer erfreute und dies auch zu Beginn des neuen Jahrtausends immer noch gelingt. In beinahe ungeahnte Höhen mussten sich in diesem Lied die Sopranistinnen wagen, dies gelang aber vortrefflich udn zeigte auch für die Zukunft noch ein enormes Potential auf.

Unbestritten war dann einer der Höhepunkte die gemeinsame Darbietung von Cantabile und Akkordeon-Ensemble des HRW mit „Wochenend und Sonnenschein“. Hier passte einfach alles, die musikalische Begleitung und die gesangliche Qualität gerade im Bereich der unterschiedlichen Modulationen zwischen Refrain und Vers. Und die Fröhlichkeit der jungen Leute steckte auch das Publikum richtig an und zeigte damit wie gut dieses Programm ankommt. Gerade bei diesem Lied waren die Alt-Sängerinnen durch ihre synkopischen Einwürfe, die auch noch geteilt vorzutragen waren, gefordert und zeigten was in ihnen steckt.

Im zweiten Block des Chors Cantabile waren dan die Beatles mit ihren unvergänglichen Melodien von John Lennon und Paul McCartney zu hören.

Eine außergewöhnliche Ausarbeitung von „When I get older“ mit konstantem Fundament der Männerstimmen zeigte, dass sich der Chor vor dem 64. Lebensjahr, dass das Lied beschreibt, noch nicht fürchten muss. Denn punktgenau wurden die Betonungen eingesetzt und hier zeigte sich, wie Rupert Laible den Chor führt und leitet, jede Sängerin und jeder Sänger achtete konzentriert auf seine feinfühliche Führung und daraus ergab sich letztendlich ein harmonisches Klangbild des Gesamtchores.

Der Beatles-Hit schlechthin ist zweifelsohne „Yesterday“. Sentimentale Anklänge an vergangene, an bessere Tage, die verlorene Liebe, ein falsches Wort, die ganz große Gefühlswelt eben. Hier zeigte der Chor auch seine Gefühle, mit sanften einsätzen und gelungenen Harmonien war dies auch eine gelungene Vorstellung des Chors. Auch das breite Spektrum, das hier gerade der Tenor zu bewältigen hatte, wurde gelungen vorgetragen und vervollständigte dieses Feeling.

Die eigenwillige Darbietung des Klassikers „Yellow Submarine“ mit einer gefälligen Ostinato Einleitung und Schlusssequenz forderte vor allem die Sänger des Basses, um hier Tempo und Dynamik richtig zu intonieren. Sie erwiesen sich jedoch als gutes Klangfundament für den Chor, das noch zu mancherlei Hoffnung Anlass gibt. Aber auch hier wieder kam der frische Schwung des Chors zum Ausdruck und begeisterte die volle Festhalle. Zwei Zugaben des Chors beendeten den Vortrag. Zum einen wieder die große Gefühlswelt mit Eric Claptons „Tears in Heaven“, aus Anlass des Todes seines Sohnes geschrieben und gleich darauf, ohne dass dies ein musikalischer Bruch war, der Geiersong „Seid zur Freundschaft bereit“ aus dem Walt-Disney-Film „Dschungelbuch“.

Wer im übrigen nun nach dem Konzert zu diesem Chor noch dazu stoßen will, kann jetzt sicherlich einen günstigen Zeitpunkt erwischen und jeweils freitags ab 19:30 Uhr im Musiksaal der Friedrich-Heuß-Schule seine Stimme im Chor erklingen lassen.

Trotz der gelungenen Vorträge des Chors durfen auch die übrigen Mitwirkenden stolz auf ihre Darbietungen sein. Zum einen das Schlagzeug-Ensemble Perkussion 1 der Musikschule Mosbach unter der Leitung von Mark-Andreas Giesecke mit den drei Stücken „Perkussion Brasil“, „Power of the night“ und Solo über „Take Five“ im 5/4 Takt. Zum anderen stand für die modernen Hit-Charts das Keyboard-Ensemble der Musikschule Mosbach ebenfalls unter der Leitung von Rupert Laible. „I feel lonely“ (Sascha), „Baby one more time“ (Britney Spears), „Believe“ (Cher) und „Mambo Nr. 5“ (Lou Bega) rundeten mit freundlicher technischer Unterstützung von Gert Schweizer das Programm ab.

 

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